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Begegnung mit (Hilfe) der Kunst

von Marcus Wald, 02.05.2016, 10:13 Uhr

Schülerbegegnung Polen 2016

Ein Reisebericht der Schülerinnen und Schüler des WPF Kunst und visuelle Kommunikation Klasse 7, die 1 Woche in Polen verbrachten:

Montag/Dienstag – Anreise

Um 15 Uhr trafen wir uns in Bonn auf dem Fernbusparkplatz, von dem aus wir eine halbe Stunde später losfuhren. Wir nutzten einen Linienbus, der fast täglich nach Polen fährt. Die meisten Mitreisenden waren Polen und konnten kein Deutsch; mit der Reiseleitung unterhielten wir uns auf Englisch.

Von Bonn aus fuhren wir nach Koblenz, Frankfurt/Main und Gießen, wo überall noch Fahrgäste zustiegen. Auch danach gab es alle zwei Stunden eine Pause, bevor wir nach fast 17 Stunden Fahrt in Oppeln ankamen. Am Busbahnhof nahm uns Beata Zgolik in Empfang, die das Programm für unsere Begegnung organisiert hatte. Mit einem Bus wurden wir zur Pension gefahren, die mitten im Wald liegt. Sie liegt direkt an einem See mit einen breiten Sandstrand.

Fortsetzung:

Dienstag - Ankunft in der Pension

Als wir an der Pension angekommen waren, durften wir als erstes die Zimmer beziehen und die Koffer auspacken. Eine Stunde später kamen die polnischen Schüler. In einem ersten Kennenlernspiel tauschten wir unsere Namen aus; anschließend spielten wir "Obstsalat".

Nach dem gemeinsamen Mittagessen kam Frau Lemke, eine Frau deutscher Herkunft, die schon lange hier in Schlesien lebt. Sie erzählte uns aus ihrer Arbeit über das Leben von Prinzessin Elizabeth und über berühmte polnische Schriftsteller. Nach diesem Vortrag malten wir zusammen mit den polnischen Schülern Bilder zum Märchen Aschenbrödel. Zum Abschluss des Tages überraschten uns die Gastgeber mit Tafeln polnischer Schokolade, die sie für jeden von uns mitgebracht hatten.

Mittwoch

Der Tag begann um 7:00 Uhr mit dem Frühstück. Anschließend gingen wir zur zwei Kilometer entfernten Bushaltestelle. Die polnischen Schüler saßen schon im Bus, um mit uns zusammen zum Schloss in Kamien Slaski zu fahren. Dort führte uns Frau Beata durch den Schlosspark. Wir waren in einer alten Kapelle und gingen zu einem unverkleideten Glockenturm. Anschließend teilten wir uns in Gruppen von jeweils zwei polnischen und zwei deutschen Schülern auf. In Form eines Interviews erfuhren wir viel übereinander, wie z. B. die Zahl der Geschwister, die Hobbies und die Lieblingsmusik. Da wir kein Polnisch konnten, mussten wir uns auf Englisch unterhalten und uns anschließend vor der gesamten Gruppe gegenseitig vorstellen. Danach verteilten wir uns im gesamten Park und zeichneten gemeinsam.

Nach eineinhalb Stunden im Bus erreichten wir das Schloss Moszna. Dort zeigte man uns das Skelett im Fenster. In einer Führung erfuhren wir viele Besonderheiten des Schlosses: Das Schloss hat 99 Türme und verfügt über 365 Zimmer. Anschließend gingen wir durch den Schlosspark zu den Gräbern der Grafenfamilie Tiele-Winckler. Am Schlossbrunnen zeichneten wir noch etwas, bevor wir zurück in unsere Unterkunft zum Abendessen fuhren.

Donnerstag

Am Donnerstag waren wir zusammen mit den polnischen Schülerinnen und Schülern in Breslau/Wrocław. Um dorthin zu gelangen, mussten wir fast drei Stunden mit dem Bus fahren, aber das waren wir von der langen Hinfahrt ja schon gewohnt. Leider hatten wir schlechtes Wetter mit einigen Regenschauern. Während der Stadtführung lernten wir einige Wahrzeichen der Stadt kennen, wie z. B. die über 400 Zwerge, die jeweils 1.000 EUR kosten und überall in der Stadt verteilt stehen: So steht vor einem italienischen Restaurant ein Zwerg mit einer Vespa und einer Pizza in der Hand.

Insgesamt leben in Breslau 631.000 Einwohner; der Fluss Oder fließt mitten durch die Stadt. Um auf den Mathematikturm der Universität zu gelangen, von dem aus man eine tolle Aussicht hat, mussten wir viele Treppen gehen. Als wir weitergingen, zeigte uns die Stadtführerin Kasia Sroka eine Statue des Bischofs Kominek mit der Friedenstaube. Diese zeichnete Pablo Picasso bei einem Mittagessen in einem Breslauer Restaurant auf eine Serviette. Sie sollte darstellen, dass Polen und Deutsche wieder Freunde sind. Unsere Führerin zeigte uns noch einen repräsentativen Saal, in dem die Universität ihre Diplome an die Studenten verleiht. Dieser sah sehr toll aus. Zum Abschluss hatten wir noch zwei Stunden zur freien Verfügung, bevor wir uns am alten Pranger auf dem Rathausplatz trafen. An diesem wurden im Mittelalter Kriminelle festgebunden und ausgepeitscht.

Freitag

Wir sind wieder mal früh aufgestanden, um nach dem Frühstück an die Bushaltestelle zu laufen. Mit dem Linienbus sind wir nach Oppeln/Opole gefahren. Dort sind wir in die Pädagogische Bibliothek gegangen, wo uns eine Dame in schlesischer Tracht empfangen hat. Sie erzählte uns von den Sitten und Bräuchen in Polen, bei denen in besonderer Weise bemalte Eier eine Rolle spielen. Anschließend hatten wir mit unseren polnischen Austauschpartnern Gelegenheit, selbst zwei Eier in den unterschiedlichen Techniken zu verzieren: Man konnte in den braun gefärbten Eiern die oberste Schicht abkratzen, so dass weiße Verzierungen entstanden. Andere Gruppen bemalten das Ei mit geschmolzener Wachsmalkreide oder mit Zitronensäure. Ein paar Eier sind dabei runtergefallen, aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und es sind tolle Eier entstanden.

Anschließend führte uns Frau Beata durch die Stadt. In der Stadt zeichneten wir die grüne Brücke oder andere Gegenstände oder Gebäude, die uns aufgefallen sind. Nachdem wir auch noch ein wenig Zeit für uns hatten, gingen wir an die Bushaltestelle. Leider verpassten wir unseren Bus knapp, so dass wir fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten mussten. Am See angekommen liefen wir durch leichten Regen zurück zur Pension.

Samstag/Sonntag

Nachdem am Samstagvormittag noch eifrig an den angefertigten Skizzen gefeilt wurde, hieß es nach dem Mittagessen schon wieder Koffer packen. Nicht wenige brachten in der Feedbackrunde zum Ausdruck, dass sie gerne noch ein paar Tage (oder gar noch länger?) geblieben wären. Sicher war dafür maßgeblich die hervorragende Organisation von Frau Beata verantwortlich, wie Dagmar Ackermann und Marcus Wald bei der Verabschiedung betonten. Übrigens: Beata ist eigentlich der Vorname von Frau Zgolik Mrozek, doch da dieser für uns nur sehr schwer auf Anhieb auszusprechen ist, durften sie alle Frau Beata nennen.

Am frühen Abend starteten wir von Oppeln aus wieder mit dem Linienbus in Richtung Bonn, wo wir am Sonntagmittag mehr oder weniger ausgeschlafen ankamen.

Der WPF-Kurs Kunst und visuelle Kommunikation Klasse 7 bedankt sich herzlich bei allen, die die Fahrt ermöglicht haben!

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