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12er Ethik: Entscheidend ist die Entscheidung

von Matthias Baldauf, 07.09.2021, 08:03 Uhr

Virtuelle Schultour Organspende - Foto/Abbildung: Matthias Baldauf

Was genau ist eigentlich eine Organspende und in welchen Situationen kann sie vorgenommen werden und dadurch Leben retten? Über einen längeren Zeitraum beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Ethikkurses der Jahrgangsstufe 12 mit angewandter Ethik. Ein in unserer Lebenswelt immer wieder relevanter Teilbereich davon ist die Medizinethik. Da passte es prima, dass die Initiative Organspende RLP eine „virtuelle Schultour“ anbot. Diese machte am 8. Juli 2021 auf dem Smartboard unseres Ethikkurses Halt.

Fragen klären, Ängste nehmen
Marie Beirer, deren familiäres Umfeld in der Vergangenheit bereits mehrfach von Organspenden profitieren konnte, und Liesa Castro, die sich als Ärztin häufig mit Transplantationen befasst, betreiben erfolgreiche und ansprechende Öffentlichkeitsarbeit für den Verein Junge Helden e.V. aus München. Dieser produzierte auch einen Film, den wir nach einer kurzen Vorstellungsrunde zu sehen bekamen. Darin wurde, wie auch in den vorab per Post zugesandten Broschüren, unter anderem veranschaulicht, wie eine Organspende abläuft, welche Organe dafür infrage kommen und unter welchen Umständen eine Transplantation durchgeführt werden kann. Auch in der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde, die durch Cornelia Schau und Herrn Reis von der Deutschen Stiftung Organtransplantation bereichert wurde, wurde deutlich, dass jeder Mensch durch das Ausfüllen eines kleinen Organspendeausweises etwas Gutes tun kann.

Auch Widerspruch zählt
Dabei zeigten die Schülerinnen und Schüler ihr Interesse an der Thematik durch zahlreiche Fragen und Meinungsäußerungen. Nun ist die Entscheidung darüber, ob eigene Organe nach dem zweifelsfrei festgestellten Hirntod weitergegeben werden dürfen oder nicht, eine sehr persönliche. Jedem Menschen steht es zu, sich individuell zu entscheiden. Unsere Gäste machten deutlich, dass auch ein auf einem Organspendeausweis vermerkter Widerspruch ein gutes Werk ist, da man so zumindest den Angehörigen, die sich im Fall der Fälle in der Regel ohnehin in einer emotionalen Extremsituation befinden, die Entscheidung abnimmt und dadurch weitere Sorgen erspart. Die Intention unserer Unterrichtseinheit und auch der virtuellen Schultour besteht also darin, junge Menschen über das Thema Organspende zu informieren, dabei auch auf medizinische sowie ethische Hintergründe einzugehen, Sorgen zu nehmen und die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, ein persönliches Urteil zu fällen. Die Jungen Helden formulieren es so: entscheidend ist die Entscheidung.